Unterschätzte Reiseerkrankungen

Worauf man bei Reisen nach Asien achten sollte

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Unterschätzte Reiseerkrankungen - Worauf man bei Reisen nach Asien achten sollte

Teilen Ganz nach dem Veranstaltungs-Motto des Forum Reisen und Medizin in 2020 wurde das Thema Asien Reisen im Symposium von Sanofi Pasteur beleuchtet. Dabei standen zwei Themen im Fokus:

1. "Typhus: Globale Krankheitslast maßgeblich unterschätzt"
Typhus-Erkrankungen, die durch Salmonella Typhi (S.Typhi) verursacht werden, sind die häufigste Ursache für enterisches Fieber und damit verantwortlich für eine erhebliche globale Krankheitslast. Weite Teile Afrikas südlich der Sahara und der Nahe Osten, vor allem aber Asien sind jedoch nach wie vor Typhus-Endemiegebiete.1 Weltweit wurden 2017 11 Millionen Neuerkrankungen, sowie 117.000 Todesfälle geschätzt.2 Trotz oder vielleicht auch wegen der raschen Urbanisierung in Endemiegebieten und dem Versuch mancherorts die sanitäre Infrastruktur zu verbessern mangelt es dennoch häufig am Zugang zu sauberem Trinkwasser. Typhus-Erreger, die üblicherweise über den fäkal-oralen Infektionsweg (also durch fäkal kontaminiertes Essen oder Wasser) verbreitet werden, haben somit nicht zuletzt auf Grund einer niedrigen minimalen Infektionsdosis (MID) ein leichtes Spiel.3,4

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2. "Aktuelle Aspekte der Influenza-Impfung als Reiseimpfung"
In vielen tropischen Regionen kommt es ganzjährig zu erhöhter Influenzaaktivität. Während die saisonale Influenza in den gemäßigten Klimazonen vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. Da Reisen in die Tropen bzw. die Südhemisphäre zwangsläufig mit einem Aufenthalt in großen Menschenansammlungen auf dem Flughafen, im Flugzeug oder auf dem Schiff einhergehen, besteht bereits bei der Anreise ein hohes Ansteckungsrisiko.5,6
Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Menschen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer chronischen Atemwegserkrankung sowie Schwangere haben ein besonderes Risiko für schwere Verläufe einer Influenza-Infektion. Ein hohes Infektionsrisiko haben zudem alle Personen, die nach Südostasien reisen, ihre Familie im Ausland besuchen oder mehr als 30 Tage am Zielort verbleiben.5

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1. Obaro, SK, Iroh Tam, P-Y, Mintz ED. Expert Review of Vaccines, 2017; 16(3), 249-260.
2. GBD 2017 Typhoid and Paratyphoid Collaborators. Lancet Infect Dis 2019;19(4): 369-381.
3. Waddington CS, Darton TC, Pollard AJ. J Infect. 2014;68(Suppl 1): S38–S50.
4. RKI-Ratgeber für Ärzte - Typhus abdominalis, Paratyphus. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Typhus_Paratyphus.html. Zuletzt aufgerufen 09.06.2020
5. Goeijenbier M et al., J Travel Med. 2017;24(1)
6. Rothe C et al., Flug u Reisemed 2019; 26: 58–79
Referenten

Prof. Dr. Martin Haditsch, TravelMedCenter Leonding / A und Labor Hannover MVZ GmbH / D & Prof. Dr. Tom Schaberg, Rotenburg


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